Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaft (IMG) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum Nervenheilkunde Medizin-Psychotherapie.de - Online-Unterstützung bei psychologischen und psychiatrischen Problemen Initiative des SALUS INSTITUTS für TRENDFORSCHUNG UND THERAPIEEVALUATION in Mental Health

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  #1  
Alt 30.01.2006, 18:37
wenkie
 
Beiträge: n/a
Soziale Phobie, baruche dringend Hilfe!!!

Hallo,

ich leide seit meinem 18ten Lebensjahr unter sozialer Phobie.
Jetzt ist es seit ca. 1 1/2 Jahren so schlimm, das ich nicht mehr die Wohnung verlassen kann und auch keinen Besuch empfangen kann.
Deswegen wurde mir jetzt eine volle Erwerbunfähigkeitsrente gewährt.
Bin schon Jahre bei meinem Psychologen und habe schon alle Antidepressiva und Neuroleptika durch.
In meinem Fall habe ich entweder paradox darauf reagiert oder die Nebenwirkungen waren so drastisch, das ich wieder absetzen musste.
Gibt es für mich noch ein Medikament, das mir hilft, meine Ängste zu unterdrücken?
Konfrontation kann ich nicht machen und schaffe es auch nicht.
Was raten Sie mir, aber bitte beachten sie dabei, das ich nicht aus dem Haus kann.

Danke im Voraus
Wenkie
  #2  
Alt 31.01.2006, 12:22
Franziska von Keyserlingk(Ärztin) Franziska von Keyserlingk(Ärztin) ist offline
Arzt
 
Registriert seit: 26.06.2005
Beiträge: 1.314
Daumen hoch Verhaltenstherapie

Hallo Wenkie,

schön, dass Sie sich an uns wenden. Ihre Erkrankung scheint sehr massiv zu sein. Sie quälen sich offenbar sehr.
Ich muss Sie leider enttäuschen. Die einzig wirklich effektive Therapie ist eine verhaltenstherapeutische Expositionsbehandlung. Medikamentös kann man zwar unterstützend SSRI´s (z.B. Citalopram) verabreichen, jedoch ist das auf keinen Fall allein wirksam. Ich empfehle Ihnen, sich dringend in einer psychiatrischen Klinik zur stationären Psychotherapie vorzustellen - auch wenn der Weg dahin jetzt noch unüberwindbar scheint. Vielleicht können Sie sich aber schon mal informieren, in welcher Klinik eine verhaltenstherapeutische Behandlung angeboten wird. Nur Mut!

Herzliche Grüße
Franziska Keyserlingk
  #3  
Alt 31.01.2006, 13:09
wenkie
 
Beiträge: n/a
Hallo Frau Kayserlingk,

danke für Ihre Antwort.

Da ich aber nicht aus dem Haus kann, kann ich auch leider keine VT machen.
Und woanders übernachten kann ich auch nicht, da müsste ich dann jeden Abend noch mehr Benzos nehmen als ich bis jetzt nehme.
Ich weiß, das ADs nur unterstützend wirken, aber würde eines bei mir anschlagen, hätte ich vielleicht wieder Kraft halbwegs normal zu leben.

Grüße
Wenkie
  #4  
Alt 06.02.2006, 17:41
Franziska von Keyserlingk(Ärztin) Franziska von Keyserlingk(Ärztin) ist offline
Arzt
 
Registriert seit: 26.06.2005
Beiträge: 1.314
Cool anderen Weg einschlagen!!!!!!

Hallo Wenkie,

Sie befinden sich offenbar in einem ziemlichen teufelskreis. Vielleicht können Sie Unterstützung durch Ihre Familie und Freunde erhalten, die Sie auf dem Weg gegen die soziale Phobie begleiten.
Ich hoffe, das Sie es bald schaffen, Ihre Wohnung zu verlassen, denn mit jedem Tag wird die Symptomatik ja stärker!!!
Sie sollten dringend eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie beginnen. Benzodiazepine sind auf Dauer keine Lösung. Sie führen letztendlich nur zu einer Verstärkung der Symptome - daneben haben sie natürlich ein hohes Suchtpotenzial.
Ich wünsche Ihnen ganz viel Mut, damit Sie sich jaus Ihrer Wohnung trauen ... Drücke fest die Daumen, dass es klappt!

Viele Grüße
Ihre Franziska Keyserlingk
  #5  
Alt 08.02.2006, 15:54
wenkie
 
Beiträge: n/a
Hallo Frau Kaiyserlingk,

die von ihnen angebotenen Maßnahamen, die ich evtl. in Angriff nehmen sollte kann ich nicht.
Habe ja, wegen der ganzen Krankheit jetzt volle Erwerbsmindurungsrente bekommen.
Sogar da steht im ärztlichen Gutachten, das ich niemals eine Rehamassnahme machen kann.
Ich habe jetzt von meinem Arzt Seroquel bekommen. Vielleicht hilft mir das in Bezug auf meine Soziophobie. Wenn ja, dann kann ich auch anfangen und mich an den Gedanken gewöhnen, die Wohnung zu verlassen.
Vielen lieben Dank!
Wenkie
  #6  
Alt 14.02.2006, 15:52
Franziska von Keyserlingk(Ärztin) Franziska von Keyserlingk(Ärztin) ist offline
Arzt
 
Registriert seit: 26.06.2005
Beiträge: 1.314
Ausrufezeichen Exponieren!!!

Hallo Wenkie,

ich kann mir gut vorstellen, dass es momentan für Sie sehr unwahrscheinlich - nahezu unmöglich - erscheint, Ihre Wohnung zu verlassen. Vielleicht hilft das Seroquel wirklich, die ersten Hürden zu meistern. Wie sind Sie eigentlich daran gekommen, wenn Sie die Wohnung doch nicht verlassen? Kommt Ihr Nervenarzt zu Ihnen in die Wohnung?
Dennoch werden Sie vermutlich nicht um eine Verhaltenstherapie herumkommen, wenn Sie Ihre Ängste besiegen wollen. Das Seroquel ist allenfalls eine Stütze. Es geht darum, dass Sie Ihre Ängste und Befürchtungen überwinden. Das ist wirklich irre schwer. Ich drücke jedoch die Daumen, dass Sie es schaffen.
Haben Sie eigentlich eine Partner oder Freunde, die Sie dabei unterstützen können? Vielleicht fangen Sie an, indem Sie sich in Ihren Hausflur bzw. - je nachdem wo Sie leben - kurz vor die Tür auf die Straße trauen. Den Müll entsorgen ist eine gute Übung. Nur Mut!

Viele Grüße
Ihre Franziska Keyserlingk
  #7  
Alt 27.02.2006, 07:12
Elke Elke ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.02.2006
Beiträge: 120
Hallo Wenkie,

bist du schon weiter gekommen ? Ich habe so ein bisschen beobachtet, dass viele Betroffene die das Haus nicht mehr verlassen, auch nicht so richtig wissen, was sie da draussen überhaupt noch sollen.

Zu Ärzten wird sich dann mit Müh und Not und mit Angehörigenbegleitung und ggf. Medis doch noch geschleppt, weil der Besuch notwendig ist. Du wartest sehr gespannt auf Änderungen von aussen. Hast du denn nicht die Möglichkeit in der Wohnung etwas spannendes zu machen, so dass daraus dein Motiv entstehen könnte auch mal raus zu gehen ?

Verhöker doch Sachen bei Ebay. Dann musst in Kontakt zu Menschen treten, hast die Verantwortung einen Termin einzuhalten, musst ein Paket packen, was ja erstmal ein Angehöriger zur Post bringen kann. Später gehst du dann mit und irgendwann alleine. Muss ja nicht Ebay sein, aber es wird doch etwas geben, was dich interessiert und woran du Freude hast und was günstigenfalls noch etwas Taschengeld einbringt.

Geh doch in langsamen Schritten vorwärts und bekomme wieder etwas Gespür für das Leben und Fun. Vielleicht kommt dann irgendwann der Klick, doch einen Schritt näher in Richtung Angstkonfrontation zu gehen. Ich bin selbst Angstpatientin und SSRI und Neuroleptika waren zwar eine Stütze, aber selbst bei guter Wirkung, geben sie einem nicht den Schubs, den man eigentlich benötigt. Sie halten erfahrungsgemäss die akuten Symptome etwas ferner, aber Eigeniniative und die Bereitschaft etwas zu verändern, beamen sie einen in der Regel nicht ein.

Alles Gute - falls du das überhaupt noch liest


LG Elke
 


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